17.3.2014

Montag, 17.03.2014

Nach einem schönen Frühstück folgte die Verabschiedung. Heute war Holi, das indische Farbenfest. Vor zwei Jahren waren wir live dabei. Dieses Mal war es unser Abflugtag. Holi ist ein Feiertag, kaum einer arbeitet also an diesem Tag und ausnahmsweise sind auch mal alle Geschäfte geschlossen. Sogar Taxis und Rikschars legen oft ne Pause ein. Wir hatten schon Angst, dass wir nicht an den Flughafen kamen. Aber Manju hatte einen Fahrer für uns parat, gegen 10h gings los. Auf dem Weg zum Flughafen begegneten uns ausnahmslos bunt gefärbte Leute, vorwiegend in Pink. Sogar Wachmänner, Polizisten und Fahrzeuge waren eingefärbt. Die Straßen waren ungewöhnlich leer, nur wenige Fahrzeuge begegneten uns.

Am Flughafen angekommen, hatte man gleich wieder das Gefühl, wo anders zu sein als in Indien. Plötzlich waren lauter 'weiße' Leute um uns herum, und ab und zu hörte man auch ein paar deutsche Wortfetzen. Da war dann klar, dass wir nicht mehr all zu weit von Zuhause entfernt sind.

Der Flug zog sich wie Kaugummi, grausam für Kinder und Eltern. Aber wir freuten uns auf die Heimat.

Fünf Wochen Indien sind somit vorbei.

Ich hätte gern noch ein paar Sachen unternommen bzw gesehen, war aber aus verschiedenen Gründen nicht machbar. Der Zoo, ein paar Tiere sollen an Krankheiten gestorben sein, sodass ein Zoobesuch nicht mehr lohnenswert gewesen wäre, das Puppenmuseeum in Chandigarh, da wäre ein schöneres in Delhi zu besuchen, und den Golden Tempel in Amritsa, die Sikh Pilgerstätte schlecht hin, die war aber fünf Stunden mit dem Auto entfernt und den Kindern nicht zumutbar. Schade.

Jetzt geht der Alltag weiter und ich habe gleich morgen meinen ersten Arbeitstag nach langer, langer Zeit. 

Letzes gemeinsames Beisammensein ab nach Hause guck mal da! juhu Kinderfilme

16.3.2014

Sonntag, 16.03.2014

Schon bei unserem letzten Aufenthalt im Farmhaus ist mir ein junger hübscher Mann aufgefallen. Er ist in der Küche angestellt und spricht als einziger Englisch, sehr ungewöhnlich. Heute morgen hat uns Manju ihre Geschichte zu ihm erzählt. Da sie als Geschäftsfrau oft auf Geschäftsreisen ist, hält sie sich genauso oft auf dem Flughafen auf. Dort sah sie den jungen Mann das erste mal, er trug schmutzige Kleidung und nicht einmal Schuhe. Er arbeitete als Kofferträger. Beim nächsten Mal sah sie ihn wieder und stellte fest, dass er Englisch sprach. Sie fragte sich, wie so ein gebildeter Mann bloß einen solchen Job haben kann. Und sie sah ihn noch öfter und irgendwann sprach sie ihn an. Er erzählte ihr, dass er studieren wollte, sein Vater aber kein Geld mehr hatte, so musste er abbrechen und Geld verdienen. Am Flughafen arbeite er 15 Stunden am Tag und verdiene gerade mal 6000 Rupien im Monat. 2000 koste seine Wohnung, 1400 sein Essen und den Rest sende er seinem Vater, der das Geld brauche, da seine Tochter bald heiraten wolle. Manju war entsetzt. Sie bot ihm an, bei ihr als Koch zu arbeiten, Essen bekäme er umsonst, Kleidung auch, sie wolle ihm sogar ermöglichen neben der Arbeit weiter zu studieren und verdienen würde er 14000 im Monat. Er schaute sie verzweifelt an und sagte, dass er überhaupt keine Ahnung von Haushaltssachen hätte. Manju machte das aber nichts aus. So kam er zu ihr ins Farmhaus. Und er zählt heute zu einem ihrer besten Angestellten. Dann schloss sie ihre Geschichte mit den Worten 'Das Leben kann so traurig sein!' Da muss ich zustimmen, ich hatte einen Klos im Hals. Ich freue mir, dass sie diesem Mann eine Chance gibt.

 

Gegen elf wurden wir abgeholt und fuhren zu Pappoo. Mit Pappoo, Amrit, Navjot und Anchel gings dann in den Club zum Bingo spielen, das machen sie jeden Sonntag.

im Club

Nach dem Lunch bei Pappoo besorgten wir ein paar indische Süßigkeiten und fuhren zurück ins Farmhaus.

Lunch indische Süßigkeiten

Im Farmhaus machten wir uns frisch, weil am Abend eine Dinner Party steigen sollte. Denn morgen hat Sudir, Manjus Mann, Geburtstag und da feiert er rein.

Ab 21h kamen dann die ersten Gäste. Suveer war wieder da, so hatte Giaan einen Grund gefunden wach bleiben zu dürfen. Livemusik spielte und ein Fotograf schoss gestellte Bilder. Es wurden Trinks ausgeschenkt und verschiedene Snacks verteilt. Einmal gabs Ananas, sie sah köstlich aus, aber sie war so tückisch. Zuerst schmeckte sie süß, dann kam das Chili dazu und es kam fast ohne Vorwarnung. Es war so heftig, dass ich mir sicherlich die Speiseröhre verätzt habe. Ich bekam keine Luft mehr, hatte Tränen in den Augen und meine Stimme wurde heiser. Es brannte höllisch. Nach ner viertel Stunde gings mir besser. Irgendwann bekam ich Giaan dazu, mit mir Abend zu essen und ins Bett zu gehen. Als wir im Bett lagen war es dann Mitternacht und wir hörten das Geburtstagsständchen. Hari kam ne Stunde später nach, er hatte etwas über den Durst getrunken^^

Giaan und Suveer am Piano

15.3.2014

Samstag, 15.03.2014

Das Taxi kam zeitig und um halb 11h verließen wir Delhi. Es war natürlich ordentlich Verkehr auf der Straße. Einmal fiel dem Fahrer ein, vor einem Gurdwara Halt zu machen, um 2 Minuten zu beten. In dieser Zeit belagerten unser Taxi ein paar Bettelleute. Das ist immer super nervig und Hari lässt es sich oft von ihnen breit schlagen. Doch das schlimme daran ist, dass sie sich nicht mit zwei, drei Rupien zufrieden geben, sondern dann richtig treist abkassieren wollen. Und wenn du einen abgespeist hast, kommen immer mehr. Giaan wsr froh, als der Fahrer wieder auftauchte, denn der hatte schon Angst vor diesen Gestalten bekommen. 

unser Taxi Auto fahren kann auch spannend sein Bettelfrauen vorm Gurdwara

Als wir Delhi dann passierten fragte der Fahrer jede fünf Minuten einen Rikschafahrer, Fußgänger oder Busfahrer nach dem Weg zum Farmhaus. Gleichzeitig telefonierte er noch mit Billoos Fahrer, der ihm ebenfalls erklärte wos lang ging. Nach geschlagenen sechseinhalb Stunden kamen wir total verschwitzt an, es war mächtig heiß. Der Fahrer verlangte 2600 Rupien, das ist günstig, aber weil wir die Flimaanlage an hatten kamen noch 200 dazu...

Wir trafen gleich auf Manju, die mir gleich wieder die Schuld gab, dass Anjulie nicht die saubersten Klamotten trug, sie hätte ihr doch so tolle Kleidchen geschenkt. Dachte sie etwa, ich würde Anjulie dreimal am Tag umziehen?  Und warum bin ich eigentlich immer dran Schuld, ist sie nicht auch Haris Tochter? 

super warmes Wetter Manju mit Anjulie Anjulie liebt Hunden und die lieben sie Anjulie und ihre Hundefreunde Anjulie mit Sudirs Mutter Biji Manju hat 5 Kühe und somit immer frische Milch Anjulie mag Biji

Abends kam dann Manjus Enkel Suveer samt Babysitterin vorbei. Er spielte mit Giaan fangen. Er ist fünf Jahre alt und geht in die erste Klasse. In Indien kommt man mit 4 in die Schule und bleibt dort bestenfalls 12 Jahre. 

Dann aßen beide Kinder zusammen zu Abend, und dann gings ins Bettchen. Suveer wurde von seinem Kindermädchen gefüttert. Das ist normal hier und wird wohl noch so sein, wenn er acht oder neun Jahre alt ist.

Manju, Giaan und Suveer

 

14.3.2014

Freitag, 14.03.2014

 

Letzter Tag in Chandigarh, hieß Koffer packen. Für morgen haben wir ein großes Taxi bestellt, das uns zurück nach Delhi ins Farmhaus bringen soll.

Anjulie hat sich auch gleich mit eingepackt

Hallo Billoo! wart, ich helf dir schnell! zu zweit sind wir schneller fertig^^ schau mal Sudja, wie cool ich aussehe!

Rupien ist das indische Zahlungsmittel. Es gibt aber noch kleineres Geld als Rupien, es heißt Paisa. 100 Paisa sind eine Rupie. Vor langer Zeit gab es sogar noch eine Währung zwischen Rupien und Paisa und die hieß Anna. 16 Annas waren eine Rupie. Ich fragte Billoo danach und stolz präsentierte er mir seine alte Münzensammlung. Das Geld ist nicht wie üblich rund, sondern hat viele Ecken. Die Annas waren sogar aus Alluminium, es fühlte sich an, als wären sie aus Plastik, sie hatten kein Gewicht.

Der Abend wurde richtig gemütlich und schön. Es wurde viel geredet und gelacht, Pinky war wie ausgewechselt, wie ein anderer Mensch. Sie sagte, sie würde die Kinder vermissen, wenn wir morgen weg gehen. Das konnte ich kaum glauben. Aber sie sagte, Inder lieben es laut und lebendig, deshalb haben sie große Familien. Jetzt wo beide Töchter geheiratet haben und nach Amerika gegangen sind, ist das große Haus leer und still. Billo kann man es leichter abkaufen, dass er uns vermissen wird, er hat die Kinder immer behandelt, als wären sie seine eigenen Enkel und viel Zeit damit verbracht, mit Giaan zu spielen. Hari und Giaan sind sich sicher, Indien zu vermissen, ich kann das erst einmal nicht von mir behaupten. Ich brauche wieder meinen eigenen Alltag, meine eigenen Gesetze.

13.3.2014

Donnerstag, 13.03.2014

Alles was nicht im Schrank ist und was auf dem Boden liegt, schnappt sich Sudja zum Waschen. Nun hat Giaan aus Dabbischkeit alle seine Hosen auf dem Boden liegen gelassen, zum Spielen wechselt er nämlich immer die Kleidung, zieht danach aber frische an. Jetzt wollten wir eine wieder aus der Wäsche holen, damit er nicht im Jogginganzug herum laufen muss. Eine bestimmte Jeans sollte es sein mit dem schönen Gürtel. Aber an dieser Stelle kam Magie ins Spiel. Die Hose war nicht mehr auffindbar. Wir haben alles abgesucht, Badezimmer, Schränke, hinter Schränken, unter Betten, im Wäschekorb, in der Waschmaschine und und und. Nirgends war eine Spur zu finden. Pinky hat uns schon für verrückt erklärt, ich kam mir vor, als hätten wir die Hose erfunden. Sie konnte doch nicht vom Erdboden verschluckt worden sein! Pinky beschloss auf heute zu waren und die Putzfrauen zu fragen, ob diese die Hose irgendwo hin gelegt hatten, womit wir nicht rechneten. Aber die Putzfrauen wollen diese Hose nicht gesehen haben, dabei habe selbst ich sie auf dem Boden liegen sehen. Seltsam, seltsam. Haris Verdacht verstärkte sich, er ist davon überzeugt, dass eine der Putzfrauen die Hose hat mitgehen lassen. Ich möchte das nicht glauben, aber es fällt echt schwer, weil sie nirgends auffindbar ist.

So gingen wir am Abend und kauften noch ein paar Jeans für ihn. Beide Kinder sind in den letzten vier Wochen gewachsen, so ist es sinnvoll hier neue Kleidung zu holen. Danach fuhren wir in ein Fachgeschäft und kauften mir einen elektischen Roti Maker. Den habe ich mir gewünscht, weil es ein Haufen Arbeit macht, Rotis am Elektroherd herzustellen. Ich hab mir ein paar Videos auf YouTube angeschaut und war davon überzeugt, dass das Gerät toll sein muss. Simmie hatte es mir empfohlen, nur Pinky sagte wieder einmal, das Ding sei Mist. Aber auf Pinkys altmodisches Gerede wollte ich nicht mehr hören, ich wollte mich selbst überzeugen, es kostete etwa 20Euro. Einen Harken hatte die Sache jedoch. Inder nutzen 3Pol Stecker bzw Steckdosen. Der Stecker passt also nicht in Deutschland in die 2Pol Steckdose, deshalb besorgten wir uns auch einen Adapter für 1,50.  Als wir heim kamen holte ich mir gleich Sudja, um sie zu beeindrucken. Sudja war skeptisch. Sie schaute mir zu. Doch es lief alles andere als toll. Weder die Anleitung noch die Videos schienen die Wahrheit gesagt zu haben. Die Rotis wurden innerhalb kürzester Zeit zu krossen Teigscheiben. Normalerweise werden sie ganz soft und blasen sich zu einem mit Luft gefüllten Ball auf. Fehlanzeige. Wir waren super enttäuscht. Pinky kam dazu und sagte gleich, das hätte sie mir ja vorhaus gesagt. Dann rollte Sudja den Teig per Hand aus und legte ihn auf den heißen Roti Maker und Pinky zeigte mir, wie ich es ohne die Hilfe des Gerätes machen kann. Naja, das wusste ich ja, hätte mich eben gefreut, wenn das Teil seinen Dienst getan hätte. Man kann das Ding aber auch noch für Tortillas, Crêpes usw verwenden. Dann habe ich aber darüber nachgedacht und ich werde es Zuhause üben, bis ich den Trick raus habe. Es muss klappen. Irgendetwas was falsch. Vielleicht war der Teig zu kalt, der kam aus dem Kühlschrank, oder der Teig war zu dick, oder die Zeit muss verändert werden, wer weiß, wenn ich Zeit habe probiere ich es aus.

schaut euch das mal bitte an! Bin traurig, dass es nicht geklappt hat...

12.3.2014 Giaans großer Tag

Mittwoch, 12.03.2014

Als wir heute früh von unserer Joggingrunde zurück kamen wurden wir fast Zeugen eines Unfalls. Dass mans hier mit Verkehrsregeln und Verkehrssicherheit nicht so ernst nimmt, ist wohl mittlerweile recht bekannt, da aber jeder irgend einen Murks zusammen fährt, sind alle Verkehrsteilnehmer darauf gefasst und in den meisten Fällen geht alles gut, auch wenns böse gefährlich ausschaut. Dieses Mal fuhr ein Radfahrer gemütlich mitten auf der Straße auf eine Kreuzung zu. In dem Moment kam hinter ihm ein Motorrad angefetzt und kurz bevor das Motorrad den Radfahrer überholte,  platzte der Reifen des Motorrads und es kam ins Schleudern. Ich hielt die Luft an, hab den heftigen Zusammenprall schon vor meinem inneren Auge gesehen, mich schon zu Billoo rennen sehen, der Arzt ist, um schnellst möglichst Hilfe zu holen. In letzter Sekunde hatte der junge Fahrer erstaunlicher Weise sein Motorrad wieder unter Kontrolle, obwohl die Bremsen versagten, lenkte er am Radfahrer vorbei und rollte an den Straßenrand. Unterdessen drehte sich der älteste Herr auf dem Fahrrad, gestört von dem lauten Knall, kurz um, um dann seelenruhig weiter zu radeln. Wow, der Kerl hatte tausend Schutzengel. Was ein Vertrauen diese Menschen an den Tag legen, Wahnsinn! Zum Glück war es früh morgens und somit die Kreuzung kaum befahren, wie gesagt, es hätte böse enden können. Dazu kam ja noch, dass es die Nacht über wieder ordentlich am Himmel gepoltert hatte und die Straße wie ein Schlachtfeld aussah, das ganze Laub, die abgebrochenen Äste und die nasse Fahrbahn, hätten zusätzlich zum Verhängnis werden können. Diese Inder haben tolle Götter^^

gemeinsames Dehnen nach dem Morgensport macht Spaß :)

Nach dem Frühstück hab ich das Esszimmer für Giaan mit Luftballons und Krepppapier geschmückt. Diese Luftballons waren vielleicht ein paar Krücken. Die Hälfte war kaputt, verklebt, durchlöchert oder gar geflickt. Ich dachte ich trau meinen Augen nicht, als ich die grünen Luftballons mit orangenen Flicken sah. Die habe ich mich dann nicht getraut aufzublasen, hab sie lieber entsorgt, bevor sie mir der Reihe nach explodieren.

geschmücktes Esszimmer auch Anjulie war mit von der Partie

Den ganzen Tag ist Giaan durch die Gegend geflitzt und hat gespielt, gespielt und nochmal gespielt, meist mit Sudjas Töchtern, er genoss seine Geburtstagsfreiheit. Abends haben wir uns dann zusammen gesetzt und etwas gefeiert. Wir aßen den Teddykuchen, er durfte die Kerze ausblasen und ihn anschneiden und wurde dann traditionell gefüttert. Überraschenderweise war von der säuerlichen selbstgemachten Butter weder etwas zu riechen noch zu schmecken, der Kuchen war lecker. Dann gabs noch Samosas (mit Kartoffeln, Erbsen und Paneerkäse gefüllte Teigtaschen), Pakoras (in Kichererbsenteig frittiertes Gemüse und Paneer), sowie Jalebi (fritierte, süße Teigspiralen). Giaan war begeistert. Er konnte kaum erwarten seine Geschenke auszupacken. Die Gesellschaftsspiele gefielen ihm, doch am spannendsten war natürlich das ferngesteuerte Auto. Stolz wie Oskar machte er seine ersten Fahrversuche. Vorm Schlafen spielten wir noch eine Runde PIKTUREKA. Heute wurde mein Großer also sechs Jahre alt, Wahnsinn.

erst Kerze ausblasen... ... dann anschneiden... ... und natürlich nach indischer Tradition gefüttert werden! lauter leckere Sachen für das Geburtstagskind das hab ich mir schon lange gewünscht^^ stolzer Autobesitzer

11.3.2014

Mittwoch, 12.03.2014

Die Nacht hatte es wieder einmal gewittert und gestürmt, sodass ein Baum in unserer Allee schief über die Straße hing. Kurzerhand wurde das Ding heraus gerissen und durch ein mini kleines Bäumchen ersetzt. So einfach ist das. 

da wurde der gefallene Baum einfach ausgetauscht

Wir tätigten letzte Einkäufe im Sektor 17 und fanden endlich für Giaan den lange gesuchten Jogginganzug. Obwohl die Sonne schien, war es sehr windig, vielleicht sogar stürmisch, aller Dreck, Sand und Staub der herum lag wurde durch die Gegend gewirbelt und es fiel schwer das Zeug nicht einzuatmen. Viele Inder sind auf ihrem Moped oder einer Rikscha unterwegs und tragen des Staubes wegen immer Tücher um Nase und Mund, dass wäre heute auch für Fußgänger von Vorteil gewesen. 

Abends besorgte Hari und Billoo noch etwas Geburtstagsdeko und ich backte einen Kuchen. Dieses mal hatte Pinky Butter selbst gemacht, damit kein Salz darin ist. Ich wollte nicht schon wieder meckern, weil die Frau eh auf Kriegsfuß mit mir steht, aber die Butter roch mächtig sauer,  vielleicht ist das aber normal so. Ich habe sie jedenfalls verwendet und der ganze Kuchen riecht nun nach dieser Butter. Aber jetzt warte ich erstmal ab, vielleicht schmeckts ja nicht so schlimm.

Teddykuchen für Giaani

10.3.2014

Dienstag, 11.03.2014

Anjulie hat jetzt ne Puppe... ...am spannendsten sind aber ihre Mausschühchen neues Badespielzeug

Heute hats den ganzen Tag geschüttet wie aus Eimern und ordentlich gewittert. 

9.3.2014

Sonntag, 09.03.2014

Heute Mittag kam der Schwager von Pinky zu Besuch. Er ist Lungenspezialist in Amerika. Mit ihm zusammen machten wir einen Ausflug in die Mall in Chandigarh. Ein neuer Shop öffnete genau in dem Moment als wir dort waren und der Schwager war der erste Besucher, deshalb musste er unbedingt auf ein Foto, was ich nicht verstanden habe, er hat schließlich nicht einmal etwas gekauft, dann bekam er noch Pralinen geschenkt. In einem anderen Shop kaufte ich mir fünf schöne indische Hosen und ein paar Shirts. Als ich sie später Pinky präsentierte war sie entsetzt, sie fragte mich, wie ich auf die Idee käme, diese Hosen mit einem kurzen Top zu kombinieren. Dazu trage man ein langes Shirt, sodass auf jeden Fall der Hintern bedeckt ist und so solle ich mich bloß nicht auf Indiens Straßen blicken lassen, man würde mich auslachen. Ich war mir keiner Schuld bewusst und war mir sicher, dass man das so in Europa ohne weiteres trug. Aber gut, braucht Indien also noch etwas Zeit um 'erwachsen' zu werden und ich ziehe meine Klamotten dann eben im deutschen Sommer an...

eine meiner Eigenkomination - nicht Indien tauglich

Weil gerade Lunchtime war aßen wir dort zu Mittag. Wir fanden ein hübsches Lokal im amerikanischen Stil mit einladender Karte, es hieß 'Backpackers'. Es gab über Sandwiches, Burger, Pizza, Salate und Pasta so ziemlich alles, was man irgendwann mal braucht, wenn man nur indian food zu sich nimmt. Giaan bestellte sich eine Spinat Pizza, ich einen Falafel Hummus Burger. Sehr lecker beides. Nur Giaan fand das nicht, so tauschte ich mit ihm. Seine Pizza war eben nicht das was er kannte. Der Boden war hauchdünn, wie beim Flammkuchen, der Spinat war roh und klein geschnitten und die gesamte Pizza war etwas scharf, wir befanden uns eben immernoch in Indien. Aber in dem Lokal konnte man trotzdem für einen Moment vergessen wo man war.

butter chicken burger und falafel hummus burger Spinat Pizza lecker^^

Dann wollte Giaan noch gerne Eisenbahn fahren und weil Hari keine Lust hatte, musste ich mit einsteigen.

wir im Express

Zuhause war dann teatime und weil die Sonne am untergehen war, war es besonders schön, den Tee draußen zu trinken. 

teatime yammie

Als die Kinder längst schliefen, bekamen wir weiteren Besuch. Ein Befreundetes Ärzte Paar von Billoo und Pinky. Vor vier Jahren hatten wir sie schon einmal getroffen. Er Mann war sehr freundlich und unterhaltsam, die Frau unterhielt sich lieber mit Pinky. Einmal ließen mich die Männer mit den zwei Frauen allein. Da fühlte ich mich wie das fünfte Rad am Wagen, sie sprachen in hindi. Man könnte meinen ich hätte kein Wort verstanden, aber mit der Zeit entwickelt man ein Gefühl dafür und mit wenigen Wortfetzen kann ich mir mittlerweile zusammenreimen worüber gesprochen wird. Gerne wäre ich aufgestanden und hätte sie allein gelassen, aber ich wusste nicht, was unhöflicher ist, dass sie mich ignorieren oder dass ich einfach aufstehe und gehe. Also blieb ich und hörte mir an, wie stolz sie beide auf ihre Kinder sind, und wie toll Pinkys Schwiegersöhne sind. Dann wurds heftiger, als sie über die unerwartete Fehlgeburt Pinkys Tochter Retika im siebten Monat sprachen, ich erfuhr mehr, als ich wissen wollte und ich war heil froh, als die Männer zurück kamen. Dann gibt es da so fragen, die nerven langsam. Keiner traut einer deutschen Frau zu, dass sie in der Lage ist, indisch zu kochen. Es ist aber so. Und dann wollen sie wissen was du alles kochen kannst und trotzdem schauen sie dich unglaubwürdig an. Ach sollen sie doch denken was sie wollen. Außerdem beginne ich zunehmend eine Abneigung gegen Pinky zu entwickeln. Immer wenn ich etwas mache oder sage, was nicht ihren Vorstellungen entspricht, wird sie komisch. Und wenn sie mit anderen über mich spricht, dann gerne über das was ihr nicht gefällt und natürlich in hindi. Aber auch wenn ich ein dummen Eintruck auf sie mache, so verstehe ich doch mehr als sie denkt. Das lässt mich langsam innerlich brodeln. Sie ist sichtlich genervt von meiner oder gar unserer dauerhaften Anwesenheit. Heute hat sie doch tatsächlich vor den Gästen in den Raum gestellt, sie wäre überzeugt davon, dass Haris Vater garantiert besser kochen könne als Hari selbst. Hari hat das so hingenommen, aber ich fand das ordentlich frech von ihr, schließlich hat sie nie Haris Gerichte probiert und ich weiß, dass er die indische Küche mit sehr viel Liebe beherrscht. Traurig für mich und so festigt sich mein Wunsch, für längere Zeit Indien fern zu bleiben, weil ich hier sinnlosen Konflikten ausgesetzt bin, denen ich gerne etwas aus dem Weg gehen möchte. Vielleicht ändert sich ja bald etwas in den Köpfen der Menschen, da bin ich gerne bereit zu warten, wenn nicht, verzichte ich gerne.

Befreundetes Ärzte Paar

8.3.2014

Sonntag, 09.03.2014

Fritz und Anjulie^^ kleine Hexe mein Besen! Hallo, hallo?! Fratze ziehen o.O Warum darf man den Blümchen nicht aua machen?!

 

Pinky, Köchin Sudja und der Fahrer nahmen mich mit auf den Farmer Gemüsemarkt. Wir fuhren zu einem Acker am Rande von Chandigarh. Dort gaben hunderte von Bauern ihre Ernte preis. Wenn ich diesen Markt nun mit dem Hanauer Wochenmarkt vergleichen möchte, dann sieht das wie folgt aus: schätzungsweise ist dieser Markt etwa dreimal so groß und ein Bauer hockt neben dem anderen, sodass es nur sehr kleine Gassen für die Besucher gibt. Dann ist es so, dass jeder Farmer ein bis drei Sachen in Masse anbietet, eben das was auf seinen Feldern wächst, in Deutschland bietet ja jeder Stand fast von allem etwas an. Ich habe erfahren, dass die indische Regierung die Obst- und Gemüsepreise festgelegt hat, sodass man nirgends Preise vergleichen muss sondern nur nach Schönheit der Ware geschaut wird. Es gibt aber auch Ausnahmen, bei denen sich ein Preis ändern kann. Ist das Obst zum Beispiel besonders toll, nimmt sich der Bauer die Freiheit etwas mehr zu verlangen. Hat es ordentlich geregnet, steigen ebenfalls die Preise, da viel von der Ernst kaputt gehen kann. An Regentagen soll es außerdem nicht sonderlich schön sein, den Gemüsemarkt zu besuchen, weil es dann ordentlich schlammig und muffelig ist. Dieser Markt beginnt morgens gegen 11h und endet auch abends gegen 11h wieder. Wenn man gegen 10h hin geht ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass man dann vergünstigte Ware erhält, weil die Bauern sonst alles wieder heim schleppen müssen. Als wir dort ankamen fiel mir gleich auf, dass die Bauern mitten in ihrem Gemüse saßen, also auf ihren Tischen, andere standen sogar darauf und wieder andere verkauften gleich von ihrem Lastwagen aus. Immer wieder schlug einer mit einem Stofftuch auf sein Gemüse, damit klopfte er den Staub ab, der sich unweigerlich immer wieder darauf niederlässt. Ich sah einen jungen Bauern, der Berge an Trauben verkaufte. Er toupierte Traubenhäufchen und stand mit der Nagelschere da und stutzte die Reben zurecht, damit sie einen schönen Anblick ergaben. Die Karotten werden auch nicht bündelweise verkauft, sondern sogar schon oben und unten beschnitten, wieso konnte ich nicht ausmachen. Als es dunkler wurde bekam jeder Bauer ein paar Lämpchen, die seinen Tisch beleuchteten. Pinky kaufte sehr viele frische Sachen ein, Sudja und den Fahrer hatte sie zum Schleppen dabei, ich wollte auch mit anpacken, aber das kam nicht in Frage, ich war nur zum Zuschauen dabei. Wenn ich Fotos machte lachten sie immer, da kam ich mir wie son verwöhntes Gör vor, dass nur den Supermarkt von innen kennt und denkt die Milch käme aus der Tüte^^ Aber es gab echt ein paar Sachen, die hatte ich noch nie gesehen. Und dabei bin ich mir sicher, vieles zu kennen. Da gab es zum Beispiel so grüne Teile, die sahen aus wie Peperoni mit tausenden von Pickeln, oder fast wie Bittermelonen nur eben richtig winzig. Ich fragte Pinky was das sein soll, da sagte sie bloß, das brauchst du nicht wissen, das schmeckt grauenhaft. Komisch, wozu wurde es dann verkauft? Musste doch zu irgendwas zu gebrauchen sein, oder es wird als Deko verwendet, wie wir es mit Zierkürbis machen, wer weiß. Ich bemerkte auch, dass ziemlich viel auf dem Boden landete und es dauerte auch nicht lange, da tauchte eine Gruppe kleiner schmutziger Kinder auf, die auf dem Boden und unter den Tischen nach essbarem suchten und in ihre Säckchen steckten. Ob das hier erlaubt oder verboten ist, weiß ich nicht, hat auf jeden Fall keinen weiter interessiert. Und das ist wohl auch gut so, denn die Kinder aus den Slums sollten auch Vitamine zu sich nehmen und woher nehmen, wenn nicht stehlen... Dann wollte ich noch wissen, warum so viele Bauern Sikhs sind. Und Pinky erzählte mir, dass Sikhs seit jeher Bauern sind und waren. Sie besitzen sehr viel Land, Felder, auf denen sie ihre Lebensmittel anbauen und  später verkaufen können. Pinkys Brüder, alle Sikhs bewirten noch immer ihre Felder. Haris Opa hingegen hat damals sein ganzes Land verkauft und war so kein aktiver Farmer mehr.

Obst mitten im Gemüse drin sitzen - ganz normal ein alter Sikh Farmer Blumenkohlverkauf vom Lastwagen

Als wir zurück kamen machten wir uns etwas schicker, denn wir wollten im Offiziersclub Essen gehen. Gegen acht gings los. Erst gabs ein paar Snacks, wie Fishfingers, sehr lecker, Pommes, Paneerfingers, Tandoorichicken. Danach gings zum chinesischen Restaurant. Pinky bestellte extra nicht scharf, damit Giaan auch was davon hat. Doch der hatte keinen richtigen Hunger und lies alles stehen. Nicht schön. Aber an chinesisch hat es mich auch nicht wirklich erinnert und besonders lecker wars auch nicht. Beide Kids blieben, bis wir um 10h wieder daheim waren, wach, aber die Stimmung kippte, besonders bei Giaan. 

zu später Stunde kippt die Stimmung chinesisch Essen in Indien^^

7.3.2014

Freitag, 07.03.2014

 

Am Abend war Hari mal wieder Tischtennis spielen und ich hatte beide Kinder. Nun wollten auch beide bespaßt werden. Mit Giaan spielte ich Käsekästchen. Anjulie turnte in Sichtweite herum. Doch dann passierte es, eine Sekunde hatte ich kein Auge auf das Mädchen und schon hatte sie einen schweren bemalten Kübeln angehoben und in viele Einzelteile zershellen lassen. Ihr ist zum Glück nichts passiert, aber ich war jetzt schuld, dass das Erbstück für immer dahin war. Ich war sehr verärgert über mich selbst. Pinky sagte zwar es sei nicht so schlimm, aber ihre Enttäuschung konnte sie auch nicht verbergen. Und dann der Vorwurf, ein Kleinkind dürfe ich eben niemals aus den Augen lassen! Ja. Es ist aber passiert. Mummy, Haris Oma, hatte das Ding zweifach in Delhi gekauft, es soll sehr teuer gewesen sein. Der zweite Kübel ist in Pappoos Besitz (ihr jüngster Sohn). Ich fragte, ob ich es ersetzen könne, aber das wurde verneint. Im Grunde habe ich längst damit gerechnet, dass sowas bald passiert. Hier steht so viel Firlefanz herum, lauter hübschhässliche Figürchen, alle in Anjulies Reichweite, alle wertvoll und sehr zerbrechlich. Man wusste doch im Vorfeld, dass hier für ein paar Wochen ein Kleinkind herum spaziert, warum kam nie einer auf die Idee, das Zeug für diese Zeit höher zu positionieren? Lange schon ist es mir ein Dorn im Auge, aber ich sollte meine Tochter lieber keine Sekunde aus den Augen lassen, sonst würde ich mich noch langweilen^^

da gab es den Kübel noch... Scherben

Als die Kinder beide dann im Bett waren, entbrannte eine heftige Diskussion über unsere Erziehung. Billoo hielt sich halbwegs raus, aber Pinky ließ den Dampf ab, den sie die letzten Tage schweigend angestaut hatte. Wir wären zu streng mit Giaan, er hätte viel zu viele Regeln, er sei noch ein Kind, wir würden ihn ständig unter Druck setzen, zu viel von ihm verlangen usw. Ja, Giaan hat Regel, weil Regel für Kinder wichtig sein. Und ja wir sind streng, weil wir sonst unglaubwürdig wären. Und wir fördern und fordern unser Kind wenn es wissensdurstig ist. Trotzdem hat und bekommt es alles was es braucht, er wird auch gelobt und belohnt und wir haben ihn ebenso lieb wie seine Schwester, auch das zeigen und sagen wir ihm. Die Erziehung unserer Kinder ist uns wichtig. Und nur weil wir 5 Wochen Urlaub machen, heißt das nicht, dass wir unsere Regeln beiseite schieben und unsere Kinder können tun und lassen was sie wollen und wir schaun lächelnd dabei zu! Da hatte sie meinen wunden Punkt getroffen. Sie fing an Giaan mit ihren Kindern zu vergleichen. Innerlich brodelte ich. Erstens handelt es sich bei ihr um zwei Töchter, zweitens sind die mittlerweile um die 30 Jahre alt und drittens wuchsen die in einem andren Land und man kann sogar sagen in einer anderen Welt auf als unser Kind es heute tut. Sie sagte, in ihrem Haus hätte es niemals Regel gegeben und ihre Kinder wären solche tollen Menschen geworden, andere hätten hunderte von Regeln ihren Kindern vorgesetzt und die hätten es zu nichts gebracht usw. Es tat weh, dass sie so sprach, gerne wäre ich aufgestanden und hätte das Weite gesucht. Ich finde, dass sie nicht das Recht hat, so zu sprechen, ich habe sie nicht nach ihrer Meinung gefragt. Viel zu oft schon wollte sie mir dazwischen funken, meine Kleine wäre in Indien längst stubenrein, sie würde mindestens dreimal am besten Tag Milch trinken und Orangen essen sowieso, einen wunden Po würde sie niemals davon bekommen usw. Ich habs verdammt nochmal satt mich ständig für alles rechtfertigen zu müssen und als unfähig dargestellt zu werden, ich möchte wieder heim und mein Leben weiter leben...

6.3.2014

Freitag, 07.03.2014

Heute ist nichts aufregendes passiert...

du bist mein großer Bruder und ein Freund fürs Leben^^ fang mich doch^^

5.3.2014

Mittwoch, 05.03.2014

Dieser Morgen fing schon gut an. Wir machten uns um 8h fertig zum joggen, nur Giaan zog sich die Decke übern Kopf und wollte weiter schlafen. Ne halbe Stunde später waren wir startklar und plötzlich fiel Giaan ein, doch mitkommen zu wollen. Ich machte ihm klar, dass wir jetzt gehen und er ne dreiviertel Stunde ohne uns zurecht kommen muss. Das gefiel ihm garnicht und er begann lauthals herumzukreischen, dass ich ihn mitnehmen solle. Ich ging ohne ihn und er folgte mir schreiend im Schlafanzug auf die Straße. Alle die schon unterwegs waren schauten sich das Spektakel erstaunt an. Nur ich wurde sauer, schickte ihn rein, zurück ins Bett, doch es half alles nichts. Das Kind war so laut, dass es mittlerweile alle Schlafenden geweckt hatte. Pinky, Billoo und Simmie standen nun ebenfalls im Schlafanzug dort und fragten was da vor sich ging. Jetzt war ich richtig wütend. Wie peinlich war das denn?! Und Giaan dachte gar nicht daran, die Klappe zu halten, er schrie weiter und hüpfe wie ein Flummi hysterisch herum. Ich musste erklären was los war. Ich wollte ja bloß schnell meine Runde vorm Frühstück joggen und niemanden aufwecken. Giaan interessierte das überhaupt nicht. Billoo schlug vor, Giaan mit in sein Bett zu nehmen. Giaan war jedoch nicht zu bändigen, der wollte joggen. So bestand Billoo darauf, dass ich warte bis das Kind angezogen war und ich ihn mitnahm. Giaan hatte seinen Willen und ich war stinke sauer. Ich verbot ihm zu quatschen und er lief ganze drei Runden brav an meiner Seite. Nur änderte das nichts an meiner Laune. Als wir zurück waren, hatte er sich bei allen für sein morgendliches Ausrasten zu entschuldigen. 

Simmie verschwand nach dem Frühstück wieder und Anjulie hatte Spaß mit ihren neuen Spielsachen. Wie die Enten funktionierten verstand sie schnell. Und beim Ziehen 'quarkten' sie immer so schön^^ Doch die kleinen Dinger waren zu leicht und fielen immer wieder um, das ärgerte sie manchmal und mein Töchterchen schimpfte dann, trotzdem gefielen ihr die Viecher und ab und zu bekamen sie sogar einen Kuss auf den Schnabel. Giaan fand Anjulies Spielzeug aber genauso toll, sie ein Baby zog er die Enten hinter sich her oder quatschte irgendwas ins Telefon. 

tolle neue Spielsachen schade, die Entchen fallen immer um Kussi für die Ente Kussi für die Ente Giaans tägliche Fußballrunde mit Billoo

Abends wollte Sudja mir unbedingt zeigen, wie man Rotis macht, das sind die kleinen dünnen Teigfladen, die zur indischen Küche anstelle von Reis gereicht werden. Zuhause habe ich das öfters schon gemacht, aber zum einen ist das n Haufen Arbeit, zum andren ist es nicht ganz so einfach, wenn man einen Elektroherd hat und keinen Gasherd. Aber wahrscheinlich vraucht man einfach ordentlich Übung. Sudjas Hände fühlen sich wie ein Hobel an. Nach so vielen tausenden Rotis kann die Frau das Brot in der Gasflamme wenden ohne sich groß zu verbrennen. Hornhaut pur.

4.3.2014

Dienstag, 04.03.2014

Heute haben wir ein weiteres Familienmitglied kennengelernt. Haris Cousine Simmie kam zu Besuch. Ihr Mann ist bei der Armee, so ziehen sie alle drei Jahre um. Gerade wohnen sie 2,5 Fahrstunden von Chandigarh entfernt. Ihre Tochter und ihren Sohn hatte sie nicht dabei, sie besuchen die 8. und 10. Klasse und haben gerade ihre finale Exames und somit keine Zeit. Simmie ist die Tochter von Haris Tante Bebi, die von allen nur 'Drache' genannt wird, da sie eine Boshaftigkeit nach der anderen zustande bringt und sogar ihre eigene Tochter aus der Familie verbannt hat. Der Grund dazu war, dass Simmie einen Mann aus Liebe heiraten wollte, die Mutter aber einen 'besseren' Mann für die Tochter vorgesehen hatte. Darauf hin nahm Haris Opa seine Enkelin in seine Familie auf, damit diese Familienanschluss hat. In Indien ist es so, wenn eine Frau einen Mann heiratet, wird sie Mitglied der Familie ihres Mannes und verlässt somit ihre eigene Familie. Bebi hatte also Simie aus ihrer Familie verbannt, weil sie angeblich Schande über die Familie gebracht hat. Ihr Opa sah das nicht so und war damit seiner Tochter vorraus, denn auch ein paar seiner Kinder ließ er eine Liebesheirat eingehen. Heute ist es üblicher, aber noch immer gibt es genug arrangierte Hochzeiten um den Stand der Familie aufrecht zu erhalten oder gar zu verbessern. Vielleicht wollen sie auch einfach nur Traditionen bewahren, obwohl sie längst wissen sollten, dass arrangierte Ehen nicht unbedingt zu den glücklichsten Ehen gehören und wer möchte nicht, dass es den eigenen Kindern besser geht und dass sie glücklich sind?! Uns fällt es schwer, das alles nachzuvollziehen, wir leben ja längst in einer Welt ohne tabus, bei uns braucht keiner zu heiraten um eine Familie zu gründen und Patchwork ist auch Gang und Gebe - hier undenkbar.

Simmie aß mit uns Lunch, dann spielte sie mit Giaan und später spielten sogar alle zusammen. Menschen ärgere dich nicht,  doch hier gibt es seltsame Regeln, die uns total neu waren und uns ziemlich verwirrten. Aber alle hatten riesen Spaß, das ist die Hauptsache. 

Simmie mit Anjulie Giaan versucht sein Glück mit Simmie Hari, Simmie, Billoo und Giaan beim Mensch ärgere dich nicht, hier gibts jedoch seltsame uns unbekannte Regeln

wow, ein Marienkäfer! schau mal!

Abends bekam ich meine fertigen Brillen vorbei gebracht und war diesmal sehr zufrieden. 

Dann beschlossen wir mit Simmie noch ein paar Geschenke für Giaans Geburtstag einzukaufen und so fuhren wir ohne Giaan. Da Simmie die Frau eines Kommandeurs ist, stehen ihr immer zwei Bodyguards zur Verfügung. Einer fuhr ihren Wagen, der andere wich ihr nie von der Seite. Den ganzen Tag verbrachten die Kerle im Auto und warteten darauf, eine neue Aufgabe zu bekommen. Dementsprechend muffelte auch jedes Mal der Wagen. Wir besorgten ein paar schöne Gesellschaftsspiele, dann bestand Simie darauf Giaan auch etwas ganz tolles zu schenken. Sie dachte da an diese fürchterlichen Monsterfiguren, doch da waren wir dagegen. Dann sollte es ein elektisches Auto sein. Gar nicht so einfach das richtige zu finden, die Auswahl war groß. Doch dann einigten wir uns auf einen Wagen, der auch im Freien fahren darf. Ich bin mir sicher, dass Giaan sich riesig freuen wird. Anjulie kaufte sie eine Entenfamilie zum hinter sich her ziehen, die quakte. Und weil sie immer so scharf auf unsre Handys ist, bekam sie von uns ein Spielzeughandy, wovei ich glaube, dass das riesen Ding ziemlich schwer ist... Für vier Spiele und das Handy zahlten wir etwa fünfzig Euro, da kann man nicht meckern. Simmie kaufte noch einige Holzpuzzels für den Kindergarten, für den sie sich arrangiert.

Anschließend fuhren wir noch zum Sektor 17 und besuchten den Buch- und Musikladen. Ich holte für Pinky das Buch, welches ich gerade selbst lese. Der Autor ist ein bekannter indischer Schriftsteller und seine Bücher nur zu empfehlen! (Die Statisten von Kiran Nagarkar) Mittlerweile war es 21h und ich hoffe, dass Giaan in der Zwischenzeit sein Dinner hatte und nir noch ins Bett gebracht werden musste. Aber dem war nicht so. Ohne uns verweigerte er jedes Essen. So kam Anjulie ins Bettchen und wir aßen alle zusammen zu Abend. Es gab Nudelauflauf, den ich gerne zubereitet hätte, da wir aber unterwegs waren hatte ich Pech und Pinky versuchte sich daran. Schade, dass die Nudeln deutlich durch waren^^ Simmie hatte entschieden über Nacht zu bleiben. 

3.3.2014

Dienstag, 04.03.2014

Zum Frühstück gabs leckres selbstgebackenes Brot *yammie*

lecker :))

Griaan erklärt seiner Schwester ihr Buch Mensch ärgere dich nicht!

Abends waren wir nochmal beim Optiker. Der meinte es scheinbar nur gut mit mir und hat mir speziell beschichtete Gläser fürn PC angefertigt, das war der Grund, warum sie gelb waren. Damit konnte er aber leider nicht punkten. Das muss rückgängig gemacht werden, son Schnick Schnack brauche ich nicht.

2.3.2014 Anjulies großer Tag

Sonntag, 02.03.2014

Heute wird aus meinem Anjulie-Baby ein richtiges Mädchen, denn heute ist sie ein Jahr geworden! Das mit den Stoffwindeln ists zwar wieder ordentlich aufwendig, aber ich bin richtig stolz auf sie, weil sies schon dreimal geschafft hat aufs Klo zu ' gehen ' :)) Dann freut sie sich auch immer wie ein Honigkuchenpferdchen. Heute durfte sie ein Tüllkleidchen von Manju tragen, da war sie ganz entzückt von und natürlich stolz. 

kleine Prinzessin, ganz entzückt von ihrem Kleidchen. stolzes Geburtstagskind Happy Girl

Vormittags waren wir alle zusammen im Rock Garden, das ist zwar unser zweites Mal, aber es ist immer wieder verrückt anzuschauen, wie der Kerl in mühevollster Kleinstarbeit so eine tolle Kulisse erschaffen konnte. Er hat so viel Schrott zu Kunstwerken verarbeitet, einfach herrlich. All die Fliesenscherben, Steinchen, Bierkronen, bunte Armreifen (Bangles), Glühbirnenhalter, Jutesäcke, Bettdecken und und und... alles findet hier eine neue Verwendung. Und unsre Anjulie war wieder der Star, so viele Leute wollten ein Foto mit ihr und sie fands toll. Am Ende hatte sie sogar etliche Lippenstiftabdrücke auf den Wangen.

Wir vorm Rock Garden Chandigarh wir vorm Wasserfall armer Papa... ... Abends hatte er Rückenschmerzen Scherben Kunstwerk Matratzenfestung mit Schaukeln lauter hübsche Figuren Giaan vor den Bangle Figuren Giaan mit Pinky und Billoo

Nachmittags gabs dann unsren Nusskuchen. Obwohl es den andren geschmeckt hat, war ich enttäuscht, weil ich sehr wohl das Salz in der Butter rausgeschmeckt habe, schließlich waren da 150g Butter drin. Also der nächste Kuchen muss mit Öl gebacken werden! 

nussiger Herzkuchen für Anjulie hmm lecker

Abends haben wir dann Sudja in der Küche beim Erbsen entpielen geholfen, auch wenn sie uns nur ungern mitmachen ließ, weils ja ihre Aufgabe war, hatten wir alle Spaß dabei. Dann hab ich Brot gebacken, wieder mal ne mitgebrachte Backmischung, aber man bekommt hier wirklich nicht annähernd das, was wir aus Deutschland gewohnt sind. Backpapier - Fehlanzeige. Ich hoffe der funzelige Ofen hats geschafft, denn ich freue mich schon jetzt riesig darauf, endlich mal wieder richtiges Brot essen zu können! 

wir helfen Sudja mit den Erbsen Sudja und Giaan beim Erbsen pielen

1.3.2014

Samstag, 01.03.2014

Nach dem Frühstück wollte ich für Anjulies Geburtstag morgen einen Kuchen backen. Wir haben eine Backmischung mitgebracht, weil ich nie weiß, welche Zutat ich hier bekomme und welche nicht. Ich bat Pinky nur, mir Butter zu besorgen. Eier und Milch waren da. Als ich die Butter bekam stellte ich fest, dass diese salzig war. Jetzt wäre ich gern auf Öl umgestiegen, doch Pinky meinte das sei garnicht schlimm, in einen Kuchen käme ohnehin etwas Salz hinein. Naja ganz so gut fand ich das nicht, denn in der Backmischung wird schon Salz drin sein. Aber was bringt das Diskutieren, hier muss man sich den Gegebenheiten anpassen und alles so hinnehmen wies ist. Dann wollte ich meine Zutaten verrühren, in der Schublade fand ich die Rühreinsätze für den Handrührer. Doch der existierte nicht und einen Schneebesen gabs auch nicht. Ahja... Also war Handarbeit angesagt. Dann kam die Form in den Ofen, 180°Ober- und Unterhitze war angegeben. Pinky war aber der Meinung, dass man einen Kuchen nur mit Unterhitze backt. Ja war dann auch der Grund, warum der Kuchen aus der Form lief, denn er wurde nicht von allen Seiten gleichzeitig gebacken. Sowas ist mir daheim noch nicht passiert. Da platzt der Kuchen eher in der Mitte auf. Nach ner Stunde war er dann fertig. 

Salzbutter und provisorischer Schneebesen Backofen fertig, hoffentlich schmeckts?!

Hari war in der Zwischenzeit mit Anjulie wiedermal beim Arzt. Seit dem Antibiotikum hat sie nämlich Windeldermatitis, das ist ein böser roter Pilz. Soll sehr weh tun, mein Baby jedoch blieb tapfer, weshalb mir niemand abnehmen wollte, dass es wirklich heftig ist. Ich solle es doch mal mit Puder probieren, wenn meine Bepanthensalbe nichts bringt. Kam mir echt doof und unfähig vor. Der Arzt verordnete also, tagsüber keine Pampers und keinen Schnuller mehr. Der Po soll möglichst frei sein, höchstens Stoffwindeln könnten wir nehmen. Dann solln wir Kokosöl und zwei Salben drauf machen. Genial und das ein Tag vor ihrem Geburtstag. Pinky fand das ganz toll, sie hätten ihren Kindern schon nach dem dritten Monat das Töpfchen nahe gebracht und nun wärs für uns an der Zeit. Doch nach zehn Minuten ohne Windel durch die Gegend laufen und dann der erste Klogang war zu viel für mein Töchterchen. Sie wollte sich nicht mehr beruhigen, wollte nicht mehr aufhören zu schreien, nicht auf dem doofen Klo sitzen müssen und schon gar nicht ohne richtige Windel herum spazieren. Zur Strafe wurde dann eben die Mama angepinkelt. Dazu kam, dass es den ganzen Tag wie aus Eimern goss, sodass wir nicht einmal die paar wenigen Windeltücher, die wir dabei haben, in die Sonne zum trocknen legen konnten. Irgendwann hat sie es dann doch einmal geschafft und ich war mächtig stolz auf sie, doch ich nehme stark an, dass es sich dabei um puren Zufall gehandelt hat.

es schüttete aus Eimern, das Wasser konnte kaum ablaufen

Später gingen wir in die Mall, da zeigte Pinky mir, was ich alles kaufen müsse, damit mein Kind nun stubenrein werden kann. Ich ärgerte mich, weil ich das Zeug ja daheim hatte und nun alles für zwei Wochen kaufen konnte. Aber in erster Linie gehts ja darum, dass mein kleines Mädchen bald wieder gesund wird!

Giaan mit Billoo in der Mall

Abends ließen wir uns Mini Pizzen von Dominos Pizza kommen, war ne Abwechslung, aber war nicht so dolle, sind verwöhnt.

28.2.2014

Freitag, 28.02.2014

Seit Tagen regnet und gewittert er nachts, das ist total untypisch zu dieser Zeit in Chandigarh. Heute morgen machten wir uns schon gegen neun auf zum Park. Alles war nass und dreckig. Aber ich war überrascht, wie viele Leute doch im Park waren um Sport zu treiben. Ob Mann, ob Frau, ob jung, ob alt, ob allein oder in Grüppchen, die einen joggten, die andren walkten und wieder andere machten einen Morgenspaziergang. Und an einem Ende des Parks stand ein Stand, an dem ein Mann frischen Karottensaft machte und verkaufte, auf der andren Seite des Parks stand einer und presste frischen Orangensaft. Tolle Sache!

Giaan und ich beim Joggen im Park

Nach dem Frühstück gingen wir wiedermal im Sektor 17 einkaufen, diesmal Pullies und Jäckchen für die Großen.

faszinierende Wurzelbäume stehen auf dem Sektor 17 Platz

Nachmittags wurde es richtig dunkel und es begann zu regnen und zu gewittern. Trotzdem fuhren wir wieder zum Optiker. Giaan fand meine Hennabemalung erst peinlich, dann fragte er, ob er nicht auch ein Tattoo bekommen könnte. Für Jungs ist das allerdings nicht vorgesehen. Er bestand dennoch darauf und so fragten wir den Hennatypen, ob er Giaan nicht einen Tiger auf den Arm malen wolle. Der hat sich gefreut über die Abwechslung und war einverstanden. Ich hab mich gegen die zweite Hennahand entschieden, bei dem Wetter und der Eishand von gestern, hatte ich keine Lust mehr. Auf Giaans Arm entstand letztendlich ein Löwe. Giaan war zufrieden. Dann erfuhr ich noch, dass ich mein Henna nicht hätte abwaschen sollen sondern nur abrubbeln, da die Farbe sonst nicht richtig in die Haut einziehen könne, aber mein Ergebnis ist trotzdem bestens, abends wars dann außen braun und auf der inneren Handfläche rotbraun. 

stolzer Henna Tattoo Besitzer ursprünglich Tiger, jetzt Löwe fertiger Löwe

Ich war in der Zwischenzeit beim Optiker, in meine Sonnenbrille hatte er neue Gläser gemacht und auch eines meiner zwei Gestelle war fertig. ich setzte es auf und war ziemlich schnell unzufrieden, alle Vorfreude wsr dahin. Meine alte Brillen war entspiegelt, diese nun nicht und noch was war anders als sonst. Im Spiegel sahen die Gläser gelb aus. Mit neinem gebrochen Englisch versuchte ich zu erklären, was mein Problem war, er schien mich aber nicht zu verstehen, er meinte, meine Augen bräuchten zwei Tage, dann hätten sie sich an alles gewohnt. Daran wollte ich mich aber nicht gewöhnen. Ich war ziemlich unglücklich. Zuhause erklärte ich Hari und Billoo das Problem und sie verstanden.dann verglichen sie ihre Brillen mit meiner und stellten nicht nur fest, dass sie nicht entspiegelt war, sondern dass sie das Licht auch noch in unterschiedliche Faben brach, blau, grün, violett, alles war dabei, das war wohl auch der Grund warum sie gelblich aussah. Da konnte was nicht stimmen, da waren wir uns nun alle einig. Morgen werden wir ja nochmal hingehen...

27.2.2014

Donnerstag, 27.02.2014

Ich finde, jede Frau sollte sich ein mal die Hände mit Henna bemalen lassen. Ich hatte es jedenfalls schon länger vor, da ich aber nie bei den Hochzeiten dabei bin, hat sich das noch nie ergeben. Gestern vorm Optiker saßen zwei Typen, die das Hennabemalen anbieten und als Hari heute seine Brille abholte (wow, ne nagelneue Brille nach einem Tag!!) habe ich mich bemalen lassen. Zuerst wurde meine Haut mit gut duftendem Öl eingerieben, dann begann er den Unterarm zu verzieren. Obwohl er eigentlich nicht mehr als drei Muster nutzte und ein paar Blümchen, ist es richtig hübsch geworden. Außen wurde die Hand weniger detailiert bemalt. Dann wollte er die andere Hand bemalen, aber mir wurde richtig kalt, deshalb werde ich es vielleicht morgen machen, wenn ich dann meine Brillen abholen kann. Danach ins Auto einzusteigen und nichts dreckig zumachen war nicht einfach. Zuhause war auch Pinky begeistert. Sie fragte gleich was es gekostet hat. 100 Rupien, so billig und doch so schön?! Sie war etwas enttäuscht, für den Henna Abend ihrer Tochter hatte sie 25000 Rupien gezahlt, und dabei wären garnicht so viele Frauen da gewesen, und für ihre Tochter, die Braut, allein 10000, allerdings bekam sie den ganzen Körper verziert. Sudja, die Köchin war auch begeistert. Mir wurde immer kälter und dann erfuhr ich, dass Henna die Haut kühlt. Nach zwei Stunden sollte das Zeug trocken sein, war es aber nicht, lag wohl daran, dass es mittlerweile Abend war und keine Sonne da war, die den Vorgang beschleunigt. Abgewaschen hab ichs dann nach drei Stunden, meine Hand war mittlerweile n Eisklotz. Aber die Paste war ziemlich hartnäckig. Das Ergebnis ist ein knall orangenes Muster. Hab ich mir etwas anders vorgestellt, Pinky meint jedoch, dass es noch dunkler wird, mehr rötlich. Schaun wir mal. Die dunkle Paste auf der Haut sieht besser aus, fast wie tattoowiert ;) Halten wird das ganze jetzt etwa 2 Wochen. 

Straßen-Henna-Bemalung frisch bemalter Unterarm frisch bemalt außen hartnäckige Hennapaste fertiges Ergebnis fertig außen Nahansicht

meine Kinder lernen fleißig^^ Giaan spielt mit Billoo und lernt so etwas Englisch

26.2.2014

Donnerstag, 27.02.2014

Heute haben wir uns einen großen Wunsch erfüllt. In Deutschland habe ich mir regelmäßig alle zwei Jahre n neues Brillengestell zugelegt, einfach um mein Aussehen zu verändern. Aber mit steigenden Dioptrien wurde es immer teurer. Meine jetzige Brille habe ich nun schon seit 2 Jahren, damals hatte ich von fielmann ein nulltarif Modell genommen weil meine Gläser 280€ gekostet haben. Das ist für mich schon recht teuer. Heute hat Billoo uns zu seinem Optiker seines Vertrauens mitgenommen. Ein mini kleiner Laden, aber alles drin was man braucht. Eben alles in recht altmodischem Stil. Kästen weise verschiedenster Brillen. Ich suchte mir eine schöne aus, dann überredete mich der Optiker zu einem weiteren Gestell. Zwei Brillen konnte und wollte ich mir bisher nie leisten. Wenn ich ehrlich bin, reicht eigentlich auch eine. Dann wurden meine Augen vermessen. Sehr einfach, am Ende war alles scharf, hoffe, dass ich mich drauf verlassen kann. Mein eines Auge ist um 0,25 schlechter geworden. Ich hoffe, dass ich mich drauf verlassen kann, Billoo ist davon überzeugt. Selbst mein Schwiegervater ließe sich hier seine Brillen machen. Dann bekam ich die Gestelle aufgesetzt und meine Pupille wurde mit nem Marker auf dem Glas markiert. Dann war Hari dran. Er fand auch ein schönes Gestell, wurde vermessen, ein Auge wurde schlechter, das andere besser. Für seine aktuelle Brille lässt er sich nun zusätzlich einfach neue Gläser einsetzen. Am Ende war ich auf den Preis gespannt und ich staunte nicht schlecht. Meine beiden Brillen zusammen sollten gerade mal 100€ kosten. wow. Ja, sind natürlich keine Designer Brillen, aber das brauche ich auch nicht! Vielleich kann mans etwas mit den Internetbrillen vergleichen, da kommt man ungefähr in die selbe Preisklasse.  Zusammen sinds nun 180€ geworden und ich überlege, mir auch noch in meine Sonnenbrille neue Stärken reinmachen zu lassen. Ich denke, das werde ich machen!

der Optiker Giaan hatte große Langeweile sein Schwesterchen auch

Außerdem waren wir wieder joggen. Aber mittlerweile ist es zwischen 11und 12h schon so heiß, dass das Joggen zur Qual wird.

25.2.2014

Dienstag, 25.02.2014

Verstecken?! Fangen? !

Das schöne Wetter muss genießen! 

24.2.2014

Dienstag, 25.02.2014

Urlaub ist dazu da Energie aufzutanken...bisher hab ich eher jegliche verloren. Ich wurd immer agressiver, schlecht gelaunter und unausstehlich. Ich weiß längst, dass mir Ausgleich, Bewegung und sinnvolle Beschäftigung fehlt. Deshalb schnappte ich mir heute Vormittag Giaan und den Rest und es ging rüber in den Park, einfach drauf los rennen. Was war ich happy, dass meine sport app auch ohne wlan funktioniert, braucht nur GPS :) drei Runden durch den Park und drei km reichen für den Anfang, hoffentlich kann ich das regelmäßig wiederholen. Giaan hat immerhin die Hälfte durchgehalten. Prima, um die Zeit wars ja auch schon ziemlich warm in der Sonne...

drei Runden durch den Park 3km :)

Anjulie ist von naturaus neugierig und ist immer gern überall dabei, obs bei den Handwerkern oder der Putzfrau ist, überall darf sie mal mitmischen...

Anjulie schaut den Handwerkern über die Schultern mal sehen, ob auch die Putzfrau alles richtig macht...

Brüderchen rückt noch schnell das Spängchen zurecht... ...dann noch aufrichten helfen... ... und schon kanns weiter gehen! guck mal da! *hihi*

23.2.2014

Montag, 24.02.2014

Sonntag - juckt keinen, Leben geht weiter wie an jedem andren Tag!

Vormittags genossen Billo und Hari eine ölige Kopfmassage, danach gingen sie aufn Fischmarkt, schade,dass hätte ich auch gern gesehen. Aber Hari meint, das hätte ich nicht mal riechen wollen... na wer weiß, vielleicht hätte ich den Fisch dann auch nicht mehr essen wollen, so wie Pinky. 

aufm Fischmarkt

Am Nachmittag durfte ich dann auch mal wieder raus aus meinem Knast (Sorry, aber manchmal komme ich mir hier so vor). Es ging in Chandigarhs einzige Mall. Sie ist ziemlich neu und mächtig groß, zwei Gebäude über 6 Stockwerke. Und man findet eigentlich alles was man braucht oder nicht braucht. Es gibt sogar eine Etage nur mit Kindergeschäften, riesen Spielparadiesen wo man die Kids absetzt und in Ruhe shoppen kann und ner Kindereisenbahn. Aber das selbe gibts auch für Männer... Billiard und rodeo reiten und die Frauen gehen derweil shoppen. 

Dann hab ich da noch ne interessante Putzversion entdeckt.

Putzmaschine?!

Und das ganze Parkhaus war mit Doppelparkplätzen versehen...

Doppelparkplätze

22.2.2014

Samstag, 22.02.2014

Am Vormittag kam einer der Schalverkäufer vorbei. Ich hatte mir diesmal vorgenommen in ein Schalgeschäft zu gehen, weil da die Wahrscheinlichkeit höher ist, das zu finden was ich mir vorstelle und weils da oft günstiger ist. Aber der hat uns wieder bequatscht bis er seine Sachen auspacken durfte. Natürlich hatte er nicht das was ich wollte, trotzdem haben wir ihm was abgekauft - wie immer. 

 

der Schalverkäufer und alles versammelt sich zum gucken

 

Nach 10 Tagen merkt man richtig, dass man nicht im Urlaub ist. Natürlich muss ich hier weder Kochen, Wäsche machen noch Haushalt führen. Dafür renne ich den ganzen Tag meinem kleinen Mädchen hinter. Sie darf nichts in den Mund stecken, was aufm Boden lag oder dreckig sein könnte, sie darf keine Treppenstufen runterfallen, die kitschigen Figuren, die überall im Haus auf ihrer Höhe stehen darf sie nicht abräumen und und und... das stört nicht nur mich, auch Anjulie beschwert sich weil hier alles verboten ist. Da vermisse ich unsre eigenen vier Wände, wo alles Kindersicher ist und ich sie einfach mal laufen lassen kann... Nicht mal mein mitgebrachtes Buch kann hier zum Einsatz kommen. 

21.2.2014

Freitag, 21.02.2014

Endlich gehts ihr besser, da kann man wieder ausgiebig baden :)  dann schlupft man in die neue Kleidung von Manju und dann wird man vom großen Bruder geknuddelt

 

Im Rose Garden war heute ein Rosenfest. Das war ähnlich unsrer Landesgartenschau. Viele Schüler, Lehrlinge, Meister oder Laien haben Blumengestecke gebastelt, Blumenteppische gelegt,  Pflanzen gezüchtet usw. Das wurde ausgestellt, Preise vergeben und rundrum als Fest gestaltet mit Liveauftritten von Tanz- und Singgruppen.

Blumenteppische Interessanter Titel:  Geschnitztes Giaan vor nem BlumenbärBonsai Bäumchen verkleidete Jungs Polizei sorgt für Sicherheit Chandigarh Police vor Ort

20.2.2014

Donnerstag, 20.02.2014

In den letzten drei Tagen habe ich immer, wenn Anjulie mal schlief, gezeichnet, das ist nun fertig. War nicht ganz einfach, weil es diesmal "ältere" Gesichter waren, bin es mehr gewohnt, Kinder oder gleichaltrige zu zeichnen, aber hier hat man ja mal Zeit, Neues auszuprobieren.

Zeichnung von Billoo und Pinky das Original Pinky mit Anjulie

Nun gibt es da noch Sachen, über die man nicht gern spricht, die aber dazu gehören. Gestern kam es da zum ersten Fall. Die Toilette verstopfte also. Das ist uns hier noch nicht passiert, deshalb vermute ich, dass es speziell an dieser Toilette liegt. Deshalb fragten wir nach einer Möglichkeit, das Ding wieder frei zu bekommen. Tja, da das eine unsaubere Sache ist, lässt man da jemanden kommen. Es dauerte auch nicht lange, da tauchte son Schnösel auf mitlangem Stecken und ner kleinen runden Platte am Ende,als er ging funktionierte wieder alles, nur ne riesen Sauerei hatte er hinterlassen. 400 Rupien, 5€ verlangte der Typ für seinen Einsatz. Und als das dann heute wieder passierte, platzte mir drr Kragen. Es kann doch nicht sein, dass ich jeden Tag den Kerl hier her bestelle und den dafür bezahle, dass er mir das Bad versaut, nur weil ich mir zu fein bin, selbst Hand anzulegen? ! Hallo, wo kommen wir denn da hin? Dann muss ich warten bis die Putzfrau kommt, weil ich das ja auch nicht sauber machen kann...ähm nein! Ich erzählte Billoo also, dass ich dringend son Bad-Shop aufsuchen möchte, um was spezielles zu besorgen. Natürlich wollte er wissen wozu und fragte warum wir uns nicht einfach den Hintern mit Wasser abbrausen würden, anstelle von Papier.Argghh. Ja, gute Idee, nur weil ich das nicht gewohnt bin, befürchte ich, dass man da nicht bloß seinen Hintern wäscht, sondern sich danach noch komplett umziehen kann, oder man hockt sich gleich nackt aufn Pott, friert und bekommt dann ne schöne Dusche von unten *lach* Ja, die Leute in den Geschäften grinsten blöd, als wir nach ner Saugglocke fragten, konnte uns aber keiner anbieten. Im dritten Shop bekamen wir dann ne mickrige, bunte Glocke. Damit musste es gehen! Zuhause angekommen, bin ich gleich losgestiefelt um mein Glück zu versuchen. Das Teil war recht klein, sodass es sich bei den ersten Malen umstülpte, aber dann lief das Wasser ab und ich war glücklich. 200 Rupien und ich brauch nie mehr beschämt zu berichten, dass das Ding schon wieder verstopft ist und den Typen brauche ich auch nicht mehr zu sehen. Sorry wenn ich da jemandem die Arbeit abgenommen habe, aber das ist einfach besser so! Typisch Deutsch oder typisch Anne - fällt mir gerade nicht ein :)

19.2.2014

Mittwoch, 19.02.2014

Weil Anjulielie heute morgen noch immer nicht besser ging, besuchten wir mittags wieder den Arzt. Er untersuchte sie gründlich und verschrieb ihr dann ein Antibiotikum, weil sie nun schon zu lange mit ihrer Erkältung kämpfe. Ebenso durfte sie eine Runde inhalieren. 

auf dem Weg zum Arzt Anjulie inhaliert

Am Nachmittag gingen Hari und Giaan zum Tischtennistraining. Geschwitzt kamen sie zurück. Viele Spieler waren besser als Hari. Giaan hatte keine Chance, denn hier spielen Kinder erst am 8 Jahren Tischtennis.

Tischtennishalle

Anjulie hat derweil das angenehme Wetter genossen.

Anjulie genießt die milde Abendluft

Am liebsten aber Besucht sie Sudja in der Küche, die sie dann immer ordentlich durchknuddelt und ihr erklärt, was sie gerade leckeres kocht. Auch wenn Anjulie nichts davon versteht, hat sie sie gern.

Sudja mit Anjulie

Billoo ist nun auch krank. Ganz klassisch inhaliert er Wasserdampf. Aber kranksein gibts nicht. Morgen muss er wieder auf der Matte stehen und arbeiten.

Billoo inhaliert

18.2.2014

Mittwoch, 19.02.2014

Außer, dass ich mir ne unangenehme Bindehautentzündung zugezogen habe, ist nichts spannendes passiert...

Mittagssonne tanken Versteckspiel - Anjulie sucht^^ ha - erwischt! Marmorboden wird mit Gartenschlauch und Besen gereinigt

17.2.2014

Dienstag, 18.02.2014

Über den Tag verteilt schlief Anjulie viel. Mittags holte uns der Fahrer ab, um uns zu Billoos Hospital zu fahren. Es war ein neuer Fahrer, ich kannte ihn bisher nicht, er fuhr eine andere Strecke als sonst, wenn wir mit Pinky fuhren. So fuhren wir an richtigen Slums vorbei, mitten in Chandigarh. Mit zahlreichen Kühen hausten da wieder die ärmsten Menschen unter katastrophalen Umständen. Selbst Hari hatte das zuvor noch nicht gesehen und so bestätigtesich wieder mein Verdacht von den Jahren zuvor, dass man uns hier nur die schönsten Seiten von Indien zeigen möchte und das Elend vollkommen ausblendet und ignoriert. 

Billoo war sehr beschäftigt mit seiner Arbeit, wie am Fließband wertete er Röntgenbilder aus und untersuchte Patienten per Ultraschall. Seine Arzthelfer erinnerten sich noch an uns, sie wussten, dass wir beim letzten Mal wegen Giaans Nase, also der Mittelohrentzündungen da waren. Dann erschien der Kinderarzt.  Er untersuchte Anjulie, schaute sich unsere Medikamente an, und stellte eine angehende Bronchitis fest, die aber noch kein Antibiotika brauche. Wir erzählten ihm, dass wir Probleme mit den Medikamenten hätten, weil Anjulie diese immer ausspucke und sie in Deutschland immer Zäpfchen für den Po bekommt. Er grinste und sagte, das würden wir hier in Indien wohl kaum finden, hier gebe man alles in den Mund, denn das Thema Po sei hier tabu! Ahja - das erklärte also auch, warum Manju das nichtkannte. Er schrieb uns jetzt Tropfen auf, mit denen wir vielleicht mehr Erfolg bei Anjulie haben würden. Doch auch das sollte es nicht einfacher machen.

Billoo bei der Arbeit Billoos Behandlungszimmer

Zuhause in Deutschland hatte Hari von seinen Tischtenniskollegen und -freunden alte Tischtennisbelege gesammelt, um sie dem Tischtennis-Team hier in Chandigarh zur Verfügung zu stellen. Deshalb bekamen wir abends Besuch vom Trainer, der die gesammelten Dinge mit großer Freude entgegen nahm. Hari möchte hier regelmäßig mittrainieren, er ist willkommen. Der Trainer zeigte uns seinen Schläger, da musste selbst ich lachen, denn er sah aus, als hätte eine Maus ordentlich Hunger gehabt und die Belege Rings rum abgeknabbert. Hari war entsetzt, so könne er keines Falls spielen, außerdem sei so ein Schläger garnicht erst zugelassen. Und so hatten wir wieder eine gute Tat vollbracht, denn hier konnte man sich wahrhaftig nicht jedes halbe Jahr neue Belege leisten. Dennoch sind die Spieler hier um Klassen besser als jene in Deutschland. Was vielleicht daran liegt, dass sie jeden morgen von 7-9h trainieren, bevor sie ihrer Arbeit nachgehen. 

gesammelte Tischtennisbelege der Trainer zu Besuch bei uns

Abends wollten Billoo und Pinky nochmal zum Sektor 17, dem Platz mit den vielen, vielen Geschäften. Sie nahmen uns mit und wir kauften vier Pullies und ein paar kleine Sachen für die Kinder, gerade mal für 30€. Da musste ich daran denken, dass wir soeben die Monatsmiete von Sonams Familie einfach so vershoppt hatten. Sehr komisch, als wären wir die super Reichen aus Deutschland. Irgendwie traurig, auch wenn Sonams Familie nicht den Eindruck machte, unglücklich zu sein. 

beim Shoppen

da wollte jemand zum Gärtner klettern... huch, die Sonne blendet

16.2.2014

Dienstag, 18.02.2014

Nach dem Frühstück sollte es nach Chandigarh gehen, wo wir den Rest unseres Urlaubs verbringen wollten. Der Morgen war sehr nebelig und kalt, deshalb ging es erst um 10h los. Je später man losfährt, desto länger dauerts, denn auch am Sonntag werden die Straßen voller. Es war ne anstrengende Fahrt, über 5 Stunden fuhren wir, Giaan beschäftigten wir mit malen und rechnen, nur für Anjulie wars weniger schön.  Sie hatte noch immer Fieber und schlief oder knabberte abwechselnd an ihren Reiswaffeln. Wir fuhren an zahlreichen Hindu-Tempeln, vielen Gurdwaras, Hospitals, Schulen, Märkten, Feldern, Dörfern und Kuh-Käffern vorbei.  Hin und wieder wischen wir einem liegen geblieben Truck aus, wo mitten auf der Straße einer drunter lag um einen Reifen zu wechseln. Man sah viel, wenn man aus dem Fenster blickte, vieles wiederholte sich und nun zum 3. Mal Indien zu besuchen schien mich nicht mehr groß zu beeindrucken, es war als hätte man schon alles gesehen, dabei war ich mir sicher, würde ich einmal einen anderen Teil Indiens zu sehen bekommen, wäre vieles wieder aufregend. Ich hatte mich selbst an den grauenhaften Fahrstil hier gewöhnt. Ich musste einfach vertrauen, mir blieb ja nichts andres übrig. Insgeheim träumte ich wieder davon, einmal eine richtige Indien-Rundreise zu machen, aber das lag mit nem kleinen Baby nun noch weiter entfernt. 

wir im Nebel vor Manjus Blumenpracht wir warten. sitzen bei Oma, Sudhir, Manju und Shilpa Anjulie liebt Hunde, hier mit Oskar

In Chandigarh angekommen, war das Wetter zum Glück wieder schöner, sonniger. Billoo und Pinky nahnen uns in Empfang und wir bezogen Mummys Suite. Und auch hier machte man sich Sorgen um Anjulie, Billoo rief seinen Arzt-Kollegen an, erklärte ihre Symptome und unsere Medizin, ging nochmal zur Apotheke um etwas gegen Husten zu holen und sagte dann, dass wir morgen zu ihm ins Hospital kommen sollen, damit der Arzt sie durchchecken kann.

15.2.2014

Montag, 17.02.2014

Der heutige Tag brachte mich ein paar Mal innerlich zum Brodeln...

Es begann schon damit, dass Anjulie mit einem unschönen Husten erwachte. Sie war zwar fit, doch ich merkte, dass sie was ausbrütete. Schon morgends waren alle so beschäftigt mit ihrem Big-Lunch, dass wir unser Frühstück erst um 11h bekamen und auch das Warten darauf, dass man uns einen Fahrer zur Verfügung stellt, zog sich eineinhalb Stunden hin. Klar kann ich auch mal Warten, damit habe ich kein Problem, aber dieses ungewisse, unendliche Warten hier in Indien stellt auch mich oft auf eine große Geduldsprobe. Dann hatten wir endlich einen Fahrer und ich freute mich darauf, schön in Ruhe und allein, ungestört und auf niemanden Rücksicht nehmen zu müssen, shoppen zu gehen. Doch da hatte ich die Rechnung ohne meinen Mann gemacht. Der liess uns nämlich erstmal zu Navjot fahren, angeblich um zu erfahren, welches die passende Mall für uns wäre. Ja... da saßen wir dann und es hieß, habt ihr nicht Hunger und Lust auf Lunch - nein! Wartet doch noch auf Pappoo, der ist bald da - ok. Warum wart ihr nicht gestern schon shoppen? wieso weshalb warum. Pappoo kam: bleit noch etwas hier, ihr müsst doch noch nicht jetzt gehen, wir erwarten Besuch zum Lunch, ihr könnt mitessen... Grr...das wurd kir zu bunt, da hab ich das erste mal in unsre Sachen zusammen gesammelt und bin mit den Kids runter zum Fahrer gegangen, da musste Hari hinterher.

Wir kauften etwas Baby-Nahrung, Kinderkleidung im Sale und ein paar Mathebücher für Giaan, um seine Langeweile zu stoppen. In Ruhe genossen wir ein Mittagessen.

vor der Mall vor der Mall

Dann gings zurück zu Pappoo. Diesmal kein Problem, wir hatten unsere Einkäufe ja getätigt. Dort verbrachten wir Zeit mit Anchel und ihrer Cousine und ihrem Cousin. Es war schön, nicht stressig, nicht nervig, nicht anstrengenden. Sie spielten mit Anjulie während Giaan fleißig rechnete. Doch ich merkte, dass Anjulie bald abbaute, sie hatte nicht geschlafen und wurde immer unkonzentrierter. So erwähnte ich, dass es bald Zeit wäre zu verschwinden. Und wieder fings von vorne an. Es ist doch noch so früh und warum bleibt ihr nicht zum Dinner, oder warum übernachtet ihr nicht hier, warum wollt ihr ins Farmhaus usw. Mittlerweile bekam Anjulie Temperatur. Ich erklärte auch das, aber das nahm man nicht weiter Ernst. Um halb sieben wurds mir ein zweites Mal zu bunt und ich wurde sauer. Hier gings nicht mehr um Spaß, sondern um die Gesundheit meiner Tochter! Klar verstehe ich, dass sie uns nicht oft sehen, aber ist das mein Problem?! Immer sind wir es, die nach Indien reisen, von denen taucht keiner in Deutschland auf, also was soll das Theater? ! Ich bestand darauf sofort nach hause zu fahren.

Giaan mit Anchel Anjulie mit Anchels Cousine

Zuhause machte ich ihr einen Abendbrei, wir aßen und wollten hoch aufs Zimmer gehen und die Kinder schlafen legen, doch auf dem Weg dorthin begegnete uns Manju, die uns noch in ihre Suite bat. Recht war mir das nicht, dachte halt mal 'kurz'. Anjulie spazierte dort durch die Gegend, ich holte ihr schonmal ihre gute Nacht Milch, die sie trank. Dann wollte ich gehen, weil Anjulie nun richtig heiß war und endlich Schlaf brauchte. Oh, da gings richtig los! Ob wir denn Medizin für sie dabei hätten. Nein - gegen Fieber nicht. Warum nicht? Weil wir einmal für Giaan Fieberzäpfchen dabei hatten, die schmolzen und nicht mehr zu gebrauchen waren. Was sind Zäpfchen, das kennen wir nicht?! Warum kein Fiebersaft? Wir erzählten, dass wir in der Mall bereits nach Medizin in einer Apotheke nachgefragt hatten, man uns aber nichts passendes geben konnte. Wie viel Fieber sie überhaupt hätte - ähm noch nicht gemessen, da wir keine Gelegenheit dazu hatten. Gut, dann müsse ich das schnellstens tun. Ja, 38,7°C. Was bist du für eine Mutter, lässt dei  Kind mit Fieber rum rennen und tust nichts dagegen. Ja, genau. Danke! Und dann folgte ein langer Vortrag über unsere Naivität, ein Baby in ein so keimreiches Land wie Indien mitzunehmen, und es dann auch noch ohne uns Gedanken darüber zu machen mit in die Slums zu nehmen, sie könnte sich doch alles einfangen und ihr kleiner Körper sei nicht annähernd so stark wie der unsere! Selbst sie, und sie sei ja Inderin, hätte es geschafft, sich in ihrer eigenen Fabrik Tuberkulose einzufangen, drei Monate hätte sie Fieber gehabt und keiner konnte sich erklären warum. Das selbe passierte später auch ihrem Sohn. Ja natürlich hatte sie da total recht, aber für ganz so dumm ließ ich mich nicht gern abstempeln, schließlich war ich keinesfalls unbesorgt und meine Tochter! Wir wussten sehr wohl was wir taten, deshalb beendete ich gekränkt das einseitige Gespräch und bat darum, Anjulie endlich den Schlaf zu geben, den sie so dringend brauchte um wieder gesund zu werden. Manju telefonierte unterdessen und um halb elf klopfte es an der Tür und man brachte uns Medikamente. Anjulies Temperatur war zwar gesunken, aber wir wollten ihr Schlaf gönnen und gaben ihr Fiebersaft für eine ruhige Nacht. 

in Manjus Suite

14.2.2014

Montag, 17.02.2014

Happy Valentine! KüssendKüssendKüssend

Heute waeren wir gerne shoppen gegangen, aber kein Fahrer stand uns zur Verfuegung. Es war den ganzen Tag trueb und klamm, die Luftfeuchtigkeit war hoeher als sonst, es regnete leicht. So verbrachten wir Zeit mit Manju. Morgen Abend erwartet sie 50 hohe Gaeste zum Lunch, so sollte alles huebsch hergerichtet werden. In der Eingangshalle duftete es nach Lilien, hunderte Blumen verschiedenster Arten lagen dort und warteten darauf, verarbeitet zu werden. Und tatsaechlich legte da die Hausherrin allein Hand an. Sie sagte, fuer sie waere das wie Malen, sie liebt ihre Blumen und sie liebt es kreativ zu sein und beim Blumen stecken kann sie entspannen. Keiner ihrer Gaeste wuerde ihr glauben, dass sie selbst diese Kunstwerke gezaubert hat, aber das hat sie und sie versteht von dem was sie tut sehr viel. Dann wurden noch grosse Teppische ausgebreitet und das Silbergeschirr polliert. Giaan war das wieder einmal alles zu langweilig, er wollte Fahrrad fahren. Nun klappte das mit dem Rad, das man ihm gegeben hatte, nicht, er war zu klein dafuer. Aber schnell fand sich auch da ne Loesung, einer der Bediensteten rannte einfach schiebend neben ihm her, bis der ausser Puste war! Irgendwann tauchte dann ein noch groesseres Blumengesteck aus lauter roten Rosen auf. Shivanni hat es fuer ihre Oma zum Valentinstag geschickt. Manjus zweite Tochter Shivanni hat den reichen Ruben in Amerika geheiratet und lebt dort. Ihre Oma war sehr stolz auf ihre Enkelin. Ploetzlich hielt sie ein Tablet in der Hand und versuchte mit Shivanni zu skypen. Die wollte die Blumenbracht auch bestaunen. Ein lustiges Bild einer modernen Oma. Gegen 21h zog ein heftiges Gewitter auf, direkt ueber uns und es goss aus Eimern. Das hatte ich in Indien bisher noch nicht erlebt.

Wir vorm Farmhaus neben Manjus Blumen Eimerweise Blumen wurden verarbeitet Manju steckt ihre Blumen selbst am Anfang... ...fast fertig. Bediensteter reicht einzeln die Blumen Eingangsbereich Poliertes Silbergeschirr, Manju steckt weiter Blumen... jetzt wird noch mit Rosenblaettern geschmueckt Giaans Fahrradfahrversuch^^ Valentinstagsrosen von Shivanni fuer Oma Oma Biji beim skypen

13.2.2012

Donnerstag, 13.02.2014

Heute war der Tag auf den ich besonders gespannt war. Als wir aufstanden beschlossen wir, diesmal das Zimmer zu verlassen. So landeten wir unten in der Suite von Sudhirs Mutter, wo beide saßen und frühstückten. Manju und Shilpa tauchten auch kurz auf um geschäftliches zu besprechen und dann wieder zu verschwinden. Man fragte uns noch nach unseren heutigen Plänen: Wir wollten unser Patenkind besuchen und danach Zeit mit Pappoos Familie verbringen. (Pappoo ist ein kleiner Bruder von Haris Vater) Viele Fragen stellten sie uns zu dem Patenkind, was sicher reine Interesse war - die Idee gefiel ihnen auch - trotzdem kam ich mir komisch dabei vor, als müsste ich mich dafür rechtfertigen, die Familie eines armen indischen Kindes unterstützen zu wollen. Pappoo sollte uns um 10h einen Fahrer schicken, der uns zu ihm bringt, denn von dort wollte uns 'Plan India', die Organisation, die wir unterstützen und nun kennen lernen möchten, um 11:30h abholen. Doch um halb elf war noch immer keiner da. So baten wir Manju uns einen Fahrer zu besorgen, was im Nachhinein eine gute Sache war. Drei Männer von 'Plan India' erschienen überpünktlich, was für Inder total untypisch ist. Sie fuhren einen Jeep, doch uns auch noch darin unter zu bringen, erschien uns als keine gute Idee, zum Glück gab es da noch Lovekush, unseren Fahrer, der war gleich zur Stelle und fuhr dem Jeep hinter her. Die Fahrt dauerte etwa eine halbe Stunde und wir erreichten Delhis Slums, wahrscheinlich nur eins von vielen... Und plötzlich fiel mir wieder ein, wie sinnvoll es sein kann, einen Jeep zu fahren, wenn das Ziel die Slums sind, denn bereits in meiner ersten Indien-Reise durchquerten wir mit Navjot (Haris Cousin) die Slums.  Lovekush hatte es jedenfalls nicht leicht mit seiner Limosine durch die staubige, sehr hügelige und nicht angelegte Straße zu fahren. Bereits beim Blick aus dem Fenster war die zugemüllte, verdreckte und schlammige Landschaft zu sehen, auf der sich sowohl Haus- wie auch Wildschweine, Wildhunde, Kühe und Ziegen neben ärmsten Plastik-Zelten/Hütten und weniger gepflegten Kindern tummelten. Die Spannung stieg. Bald bestand der 'Weg' nur noch aus Schlammlöchern, so stiegen wir aus und liefen den Rest zu Fuß. Ein leichter Abfallgeruch stieg in die Nase, der in der Nähe der Schlammlöcher zunahm. Unser Fahrer kam mit, für ihn war es selbstverständlich, sich unserem Gepäck anzunehmen.  Zuhause in Deutschland hatten wir nämlich einige Spielsachen, wie Malsachen, Bücher, Kuscheltiere, ne Puppe und Klamotten zusammen getragen, um die Familie damit zu beschenken. Zuerst führten sie uns zu ihrem Büro, ein einfaches Steinhaus, ein Zimmer, sehr dunkel und kahl, sodass gerade zwei Tische mit etwa 10 Stühlen daran passten. Es wirkte wie ein einfacher Schulungsraum, das wurde bestätigt, als man uns erzählte, dass er für Schulungen genutzt wird. Wir erhielten eine Broschüre und erfuhren, dass dieses Plan-Büro vor Ort knapp 1000 Familien betreut und das nun seit 2008. Dann begleiteten sie uns zz dem Wohnort der Familie. Im Dreck saßen zwei Kindern und spielten ganz lieb mit zwei Glasmurmeln. Das beeindruckte mich und kurz fiel mir ein, dass ich als Kind auch damit spielte. Schnell sprach sich herum, dass weiße Fremde da sind, immer wieder zogen wir neugierige Blicke auf uns. Dass die Organisation nicht unbekannt ist, merkte man schnell daran, dass viele Leute unsere Begleiter freundlich grüßten. Obwohl wir uns noch immer in den Slums befanden, wurde die Wohngegend etwas angenehmer.Die Straße war befahrbar, sogar ein Schulbus kam uns entgegen. Auf beiden Straßenseiten standen jetzt einfachste Steinhäuser. Ich wusste aus meinen Unterlagen, dass auch die Familie ein Steinhaus bewohnt. Schnell waren wir da und ich war beruhigt, als ich sah, dass die Zustände, die wir vorfanden nicht so schlimm wie in meinen Befürchtungen waren, viel mehr war ich positiv überrascht und freute mich für unser Patenkind. Zur Begrüßung bekamen wir schöne Blumenketten umgehängt und einen roten Pulverpunkt auf die Stirn gedrückt. In der Mitte des mini Hofs stand eine Metallbritsche, auf der die kleine Sonam bereits herum turnte und auf der wir Platz nehmen sollten. Sonam war sehr schüchtern - klar, wir waren Fremde. Mit ihren kurzen Haaren sah sie eher wie ein Bub aus. Genauso schüchtern war auch ihre Mutter, sie schien sich unter ihren Saritüchern verstecken zu wollen. Der kleine Bruder Sahil weinte, als er uns sah. Ich fing gleich an, unsere Spielsachen auszupacken, um das Eis zu brechen, aber das war nicht einfach. Dass ich sie damit überfordern würde, habe ich mir fast gedacht, also machte ich langsam, zeigte ihr jedes einzelne Teil und was sie damit anfangen sollte.  Es dauerte bis sie sich traute, alles selbst in die Hand zu nehmen und zu untersuchen. Am besten gefiel ihr das Buch, bei dem man an der Seite Bilder drehen oder Türchen öffnen konnte, sie nannten es das 'magic book'. Ich bin mir auch sicher, dass sie nie zuvor einen Stift in der Hand hielt, Giaan zeigte ihr, was man damit schönes malen konnte. Dann verschwand die junge Mutter, sie ist 25 Jahre, und kam mit Chai (indischem Gewürztee mit Milch) zurück, den sie uns gern reichte. Höflichkeitshalber nahm ich an, doch ich nippte nur, denn ich hatte gelesen und auch gehört, dass man als Tourist nichts trinken soll, wo man nicht sicher sein kann, dass das Wasser gefiltert wurde. Das konnte ich in den Slums wohl ausschließen. Ich hoffte bloß, dass durchs Kochen alles abgetötet wurde. Dann reichte sie Kekse dazu, den Kindern gefiels. Mir war unwohl dabei. Nur für uns hatte sie die für sie teuren Kekse gekauft, ich hatte das Gefühl als würde ich ihnen da was weg essen. Das war so sicher nicht in ihrem Sinne, aber es kam mir eben so vor. Dann wollte die Mutter der beiden Kinder uns das Haus zeigen.  Es war ein kleiner dunkler Raum mit einem kleinen vergitterten Milchglasfenster. Es war gerade so viel Platz,  dass ein Bett, vielleicht 120x200cm, hineinpasste und etwas Hab und Gut, das war alles was die Familie besaß.  Alle vier schlafen zusammen in einem Bett, erzählte sie. Aber alles war recht sauber und gepflegt, das gefiel mir gut. Ihr Mann, der nicht anwesend war, verdient als Taxifahrer sein Geld. Auf die Frage, ob sie sich noch mehr Kinder wünsche, verneint sie. Nun hoffe ich, dass Plan India ihnen zur Seite stehen und sie richtig aufklärt, gerade zum Thema Verhütung, damit sie unbesorgter leben können.
Plan India bekommt also monatlich Geld von uns Paten bzw Sponsoren, damit sie Schulungen für die Eltern und Schule für die Kinder anbieten können. Denn Bildung ist weit aus wichtiger als Geld. Unser Geld bekommen die Familien nicht zu sehen, dafür aber diese Schulungsprogramme. Man erzählte uns noch, dass durch Plan-India-Gelder es möglich wurde, ein medical-health-center zu bauen und zweimal die Woche einen Arzt vor Ort zu haben. Krankenschwestern seien immer anwesend. Wir bedankten uns für ihre Gastfreundlichkeit und verabschiedeten uns, vielleicht würden wir bei einer weiteren Indien-Reise wieder kommen. Nachdem wir die Familie verlassen hatten, durften wir uns noch ins Gästebuch einschreiben und unsere Eindrücke hinterlassen. Abschließend kann ich sagen, dass sich unser Besuch gelohnt hat und dass ich davon überzeugt bin, dass unser Geld dort gut angelegt ist und wir etwas gutes tun.

Unsere Mitbringsel :)

Schlammloecher anstelle von Wegen im Dreck spielende Kinder Schweine liefen neben uns her der kleine Sahil, mit Mutter und der kleinen Sonam  wie mit der Famile Giaan malt und Sonam ist vom Buch fasziniert Hari und Anjulie sind auch dabei Es gibt Chai und Kekse Das kleine Zimmer, in dem alle wohnen  Abschiedsfoto (leider habe ich keine Moeglichkeit die Bilder zu drehen;(()

Wir fuhren zurück zu Pappoo, aßen dort und verbrachten Zeit mit Amrit und deren Kinder Navjot und Anchel.

Amrit mit Anjulie und Giaan mit Navjo mit Navjot und Amrit im Bett Anchel mit Anjulie

Als wir abends zurück ins Farmhaus kamen, lagen 12 kleine Kleidchen für Anjulie auf dem Bett, die hatte Manju aus ihrer Fabrik 'Orient Craft' mitgebracht. Die Preisschilder hingen noch dran... 9-40£ jeweils. 

lauter kleine Kleidchen fuer Anjulie

In dieser Nacht lag ich noch sehr sehr lange wach, ich hatte in kurzer Zeit viel erlebet und gesehen, worüber man gut nachzudenken konnte und einiges zu verarbeiten hatte.  

Flug und 1. Tag - 12.2.2014

Donnerstag, 13.02.2014

Richtig los gings um 21:30h, das war dann auch die Zeit, zu der Anjulie endlich einschlief. Gequengelt hat sie nicht, aber wach sein und mit jedem flirten gefiel ihr. Damit übernimmt sie nun Giaans bisherigen Standpunkt "Everybodys Darling", der ist gerade nur noch ihr Schatten, was daheim eher umgekehrt ist^^  Besonderes die Stewardess und Anjulie waren schwer verliebt. ;)


["Anjulie mit der Stewardess"]image


Giaan wurde dann immer weinerlicher, bis er gegen Mitternacht einschlief - ist eben nicht immer cool lange wach zu bleiben. Mir wollte das Schlafen nicht richtig gelingen, dafür haben wir alle gefühlte 100 verschiedene Sitz-Schlaf-Positionen getestet - so ziemlich ohne Erfolg, denn Schlafen im Sitzen ist einfach unmöglich!! Außerdem bekam Anjulie kein Bettchen, sodass sie auf mir schlafen musste.


Um 4:30h, also 9h indischer Zeit landeten wir dann endlich todmüde in Delhi. Ein Fahrer holte uns ab, der staunte nicht schlecht, als er unsere Koffervielzahl sah. Ich glaube er wurde etwas blass, bei dem Gedanke an seine Mercedes S-Klasse, aber Indien wäre nicht Indien, wenn wie aus dem Nichts fünf Männlein auftauchten und mit vereinten Kräften all unsre Koffer ins Auto "stopften", natürlich nicht, ohne danach die Hände aufzuhalten. Delhis Straßen waren um diese Zeit schon ordentlich voll, komisch nur, dass beim  letzten Mal keine Kühe herum liefen, diesmal aber öfters ganze Herden - bestimmt an die 10 Kühe. Nach einer dreiviertel Stunde erreichten wir dann Manjus Farmhaus. (Manju ist die kleine Schwester von Haris Papa. Sie und ihr Mann Sudir sind Inhaber mehrerer Kleiderfabriken) Erschöpft blumsten wir alle ins Bettchen um Schlaf nachzuholen. Einfach war das aber nicht, oft klingelte das Zimmertelefon und irgendeiner wollte immer was, Frühstück bringen, Anrufe weiterleiten. .. und jedes Mal saßen die Kids kerzengerade im Bett während wir noch müder wurden. Dann war Lunchtime. Ich hab vielleicht dumm aus der Wäsche geschaut, als man uns plötzlich das Essen ans Bett brachte. Scheinbar sehen wir wirklich müde aus! Aber zur Gewohnheit sollte das nicht werden o.O Mit zwei Kindern ist sone Aktion nämlich weniger spaßig. Aber lecker wars :D Es gab Reis mit Rajma (dicke Bohnen), Kartoffelgemüse und Raita(Joghurt). Zum Nachtisch gabs geraspelte Möhren in Kardamon-Milch - riecht gut, war aber kein Highlight. Danach inspizierten wir erstmal unsre Suite. Natürlich sehr nobel und wahrscheinlich viel viel toller als jedes indische fünf Sterne Hotel. Aber: keiner war für uns da, sodass wir nichts machen konnten. Das Farmhaus hat zwar ne riesen Gartenanlage, aber selbst das Zimmer allein zu verlassen ist nicht ratsam, da unten gefährliche Wachhunde lauern. Sehr doof, besonders für Giaan, dem sichtlich die Decke auf dem Kopf zusammen fällt, Streit vorprogrammiert :-$

["Essen im Bett o.O"]image

["Unser Mittagessen - lecker! "]image


Abends tauchten dann mal kurz Manju, ihre Tochter Shilpa und ihre Schwiegermutter auf. Alle stürzten sich auf Anjulie "So cute, wakie talkie Baby-doll and what a nice name..." Dann war der Spuk auch wieder vorbei. Endlich durften wir mal durch den Garten spazieren. Doch hier laufen so viele und verschiedene Hunde herum, dass Giaan die Angst im Gesicht stand, was daran lag, dass man ihm ständig sagt, wie gefährlich manch einer der Hunde sein kann, schließlich sind sie dazu da, das Anwesen zu bewachen. Das Abendessen wurde uns dann tatsächlich wieder ans Bett serviert. Um 21h lagen wir dann alle in der Falle. Aber um 1h nachts weckte mich laute Musik, irgendwo steigt hier gerade ne mächtige Party.

Fotos füge ich noch ein, klappt mit meinem Smartphone irgendwie nicht :( sorry

Mitbringliste

Dienstag, 11.02.2014

Wer etwas mitgebracht haben möchte, der schreibe bitte hier seinen Kommentar!

 

- Anne F.: orange o. türkis Baumwollschal

- Kriszi: türkis Sommertuch und Chai/Gewürz

- Vitus: Süßigkeiten und rotes Pulver und indische Tracht

- Joanna: Buddha Schlüsselanhänger

Die Aufregung steigt...

Dienstag, 11.02.2014

So, jetzt sinds nur noch ein paar Stunden, bis es los geht.

Die Koffer sind gepackt ~ und obwohl wir nicht 'viel' mitnehmen, kommen trotzem 5 große Koffer zusammen Verschlossen. Anjulie klettert mit fragendem Blick und neugierig zwischen den riesen Teilen hin und her und ist genauso gespannt wie wir. Jetzt schafft Hari erstmal die Koffer an den Flughafen und dann fahren wir per Bahn hinterher. Drückt uns die Daumen, dass die Kids brav sind und es ein 'angenehmer' Nachtflug wird, bei dem wir auch schlafen dürfen^^Cool

Gruß Anne

Bald gehts los!

Sonntag, 26.01.2014

Hallo, ihr treuen Anne-goes-to-india-Blog-Leser!

Wie ihr wisst, gehts bald in Runde 3.

Zwei Jahre sind nun seit Teil 2 vergangen und viel hat sich in der Zwischenzeit verändert. Mittlerweile sind wir glücklich verheiratet, Nachwuchs Nr. 2 ist da, Töchterchen Anjulie, aber auch weniger schöne Dinge sind eingetroffen. Uroma Palminder, genannt Mummy (Haris indische Oma), ist im November ziemlich überraschend von uns gegangen.
Es wird also einiges anders sein. Wir werden nun ein letztes Mal für längere Zeit, d.h. fast fünf Wochen, fliegen. Die folgenden Reisen müssen dann kürzer ausfallen, denn im Sommer kommt Giaan in die Schule, sodass wir an die Ferien gebunden sein werden. Aber sollte jetzt einer denken, sechswöchige Sommerferien seinen doch optimal, da irrt er sich wohl... denn da ist in Indien Monsumzeit. Da möchte keiner gern in Indien sein, Wind, Monsunregen, evt. Überschwemmungen, schwüles Klima und erhöhte Malaria-Mücken-Gefahr. Und dann noch mit Kindern - ähm - nein Danke! Zu dieser Zeit bekommen wir in Deutschland dann eher indischen Besuch!
Fünf Wochen Indien - das hört sich super an, oder?! Ich fürchte jedoch, dass dennoch Langeweile und heimweh aufkommen wird. Doch ich hoffe, dass es nicht all zu hart wird, denn wir denken über ein par Sachen nach, die wir unbedingt erleben möchten.
Zum Beispiel haben wir jetzt ein indisches Patenkind, die 3-jährige heißt Sonam und lebt in der Nähe Delhis. Wenn alles klappt - Daumen drücken - werden wir sie besuchen. Denn wir möchten uns natürlich vor Ort davon überzeugen, dass unser Geld auch dort ankommt, wo es gebraucht wird. Auf jeden Fall sind wir schon sehr gespannt.
Dann git es noch einige Sehenswürdigkeiten zu besichtigen oder auch das ein oder andere weitere Familienmitglied des großen Clans kennen zu lernen ;) wir werden sehen...

Am Abend des 11. Februar gehts auf jeden Fall los - Nachtflug!!

Ich freue mich schon jetzt wieder fleißig zu beschreiben was wir so erleben und darüber, dass ihr wieder dabei seit ;)

Liebe Grüße Anne

 

PS.: Schade, dass meine ersten beiden Blogs nicht mehr existieren, leider hat sich der Anbieter verabschiedet - zu retten war nichts mehr, man hat mich nicht rechtzeitig informiert :(